Kriminelle Energien und Konzepte der Achtsamkeit

Nun sitze ich unter den tief hängenden Wolken im mittelalterlichen Burgdorf. Die Lischana und der Piz Plavna fehlen mir, weiter schweift mein geistiges Auge nicht, da ich vorher zu weinen beginne; sie gaben mir jeden Morgen Orientierung: Hier bist du richtig. Die Bergluft umhüllte mich wie einst das Fruchtwasser, auch wenn diese Metapher total schief hängt. Hier herrscht in der konsumfreundlichen Anordnung der Dinge das Wohlstandschaos, mitten drin die grossen Verlierer, man sieht es ihnen an, auch wenn man diese Tatsache nicht aussprechen soll. So bleiben sie ohne Namen. Mir scheint, als ob sie sich in meiner zweijährigen Abwesenheit verdoppelt haben.

Geht man die Strasse oder wahlweise die Treppe zum Schloss hoch, landet man in der Altstadt, der sogenannten Oberstadt. Hier wohne ich in einem hundertfünfzigjährigen Gebäude mit dicken Mauern, die zeitweise für eine Unterbrechung des Mobilfunkkontaktes sorgen. Im ganzen Engadin gibt es kaum ein Funkloch, aber kaum im Kanton Bern, finde ich das perfekte Schneckenhaus. Hübsche kleine Geschäfte kämpfen ums Überleben, und ich ringe in meiner aparten Schreibstube mit den Worten. Zum Glück sind die Decken hoch, so können meine Sätze fliegen, während der Teddybär vom Spielwarenladen unter meinem Fenster Seifenblasen zu mir hochschickt. Im altehrwürdigen Tea Room Widmer gleite ich, ein Vermicelles löffelnd, in die Zeitlosigkeit. Um die Ecke befindet sich das Kino Krone, das noch den Charme der analogen Filmkultur versprüht. Hier schaue ich mir den Film über Bruno Manser an. Mir kommt es vor, als ob ich zwei Jahre lang kein Update des Weltleids bekommen hätte, und mich nun emotional auf den aktuellen Stand bringen müsste, um das Unglück in den Augen der Menschen zu verstehen. Rechts vom Kino führt das Strässchen entweder weiter zum Schloss hoch oder eine Treppe hinunter zum Schwimmbad und zur Emme. Das rechte Flussufer wird durch die schroffen Steilwände der Gysnauflühe eingefasst. Auf der Hochebene hinter der Gysnauflühe erstreckt sich der Binzberg. Von dort schweift der Blick über die sanft geschwungenen Emmentaler Hügelketten. Eine kleine Wanderung führt zur Lueg, der Passhöhe, welche das Emmental mit dem Berner Mittelland verbindet. Hier geniesst man die Aussicht aufs Napfgebiet, das Emmental und bei gutem Wetter auf die Berner Alpen.

Ich geniesse es, den ganzen November über bei angenehmen Temperaturen über die noch saftig grünen Hügel und durch die bunten Wälder zu wandern. Auf meinen Streifzügen fühle ich mich ein bisschen wie Ronja Räubertochter. Der Wald ist voller Geschichten, ich höre Gotthelfs Knechte fluchen, während ich vor einem Höhleneingang oder einer militärischen Anlage stehe, dann brummt in der Ferne wieder ein Traktor, und Dürrenmatts vergnügliches Lachen erklingt. Hier sind seine Halunken und Mörder zu Hause, die wachsamen und eigensinnigen Kommissare. Hier herrscht nicht die Moral, sondern der unbarmherzige Zufall.

Kein Wunder, die kriminelle Energie wohnt ja auch in der Nachbarschaft: Im Regionalgefängnis Burgdorf, in der Justizvollzugsanstalt Thorberg und im Frauengefängnis Hindelbank.

Aber wie schon Dürrenmatt wusste, laufen die grössten Menschheitsverbrechen frei herum –

und das Engadin wartet immer noch auf das Hotel, in dem die Reichen das Armsein lernen dürfen. In Dürrenmatts „Durcheinandertal“ wird aus dem Hotel für die Schickeria im Winter ein Domizil für die Verbrecher von CIA und FBI, welche unter anderem neue Gesichter verpasst bekommen. Was nicht sehr weit vom Schönheitsmedizintourismus entfernt ist, der sich laut den neusten Visionen im Unterengadin entfalten soll.

Damit will ich keinesfalls suggerieren, dass AnhängerInnen der Schönheitschirugie VerbrecherInnen sind…

Wenn’s so weit ist, komme ich zurück ins Engadin, um Referate über das Konzept der Achtsamkeit in der Schweizer Literatur zu halten – nachhaltig und regional.

 

 

 

„Tod in Genua“ von Romana Ganzoni und andere Abschiede

Meine Gedanken folgen keiner klaren Logik und erschlagen mich. Mein Kopf macht für die Petersburger Hängung à la Romana Ganzoni Platz; die Bilder hängen unsystematisch dicht aneinander an der Wand, vom Boden bis zur Decke und beeindrucken den Betrachter durch ihre schiere Menge. Das ist die Petersburger Hängung, die auf die Renaissance zurückgeht, als mehr der Kunstsammler, welcher über die nötigen finanziellen Mittel verfügte, denn das eigentliche Kunstwerk im Zentrum stand.

In meinem schlafwandlerischen Zustand des Abschiednehmens vom Engadin (voilà, so einfach ist es raus, keine Szenen, keine Tränen, einfach mit der Tür ins Haus fallen oder ohne anzuklopfen in die Stuva eintreten wie das die alten Engadiner noch zu tun pflegen) lese ich Romanas „Tod in Genua“. Die Protagonistin Nina wird von ihrem Ehemann zärtlich St. Petersburgerin genannt, ihrer assoziativen Erzählweise wegen.

Ich nasche von Romanas wunderbaren Sätzen, die sich im Hirn wie feinstes Konfekt entfalten, das im Roman auch eine Rolle spielt. Anderorts kommt mir das Opulenz versessene Zürcher Protagonistenpaar ungelegen.

Ich will ausmisten. Ich trage Bücher auf den Motta, um sie in den offenen Bücherschrank zu stellen. Manche trage ich wieder herunter. Rosa Luxemburg und Marquis de Sade. Angesichts der Neuen Weltordnung, die durch die Nationen einende Klimahysterie nun endlich in Griffnähe rückt, lohnte es sich etwas Marxismus zu studieren. Und de Sade kann man einfach nicht in einen offenen Bücherschrank stellen. In einem Familienski- und Wandergebiet. In „Tod in Genua“ heisst es: „De Sade interessierte Paul weiterhin, erst kürzlich hatte er einen Philosophen zitiert, de Sade sei nicht der erste Künstler der Moderne, sondern der letzte des Feudalismus, und er sei weiterhin aktuell, so könne die streng arbeitsteilig organisierte Sexualität als logische Fortsetzung rein ökonomistisch dominierten Tuns gelten.“ In diesem Sinne müssen wohl auch Jungpolitiker nicht zwingend mit den weiblichen Geschlechtsmerkmalen vertraut sein, wie kürzlich eine Umfrage aufzeigte.

Nun habe ich mich aber wirklich in der Eremitage verirrt, und ich will auch nicht den Anschein erwecken, dass „Tod in Genua“ ein Bett geflüstriges Buch sein könnte. Das ist eben grad das Problem. Das Protagonistenpaar verkehrt nicht mehr regelmässig miteinander. Im Zentrum der Erzählung steht Pauls Tante Matilde, eine nach Genau ausgewanderte Cousine seines verstorbenen Vaters, welche einst den Segen für Pauls Ehe mit Nina gab. Der Roman setzt mit dem Tag der Beerdigung Matildes ein. In der Erinnerung besticht Tante Matilde durch ihre kühle Eleganz, ihren Schmuck, ihre Parfums, und die Liebe zur Oper, die sie mit Nina, der Opernsängerin teilte. Und vor allem rauchte sie.

In Romana Ganzonis Requiem wird alles Schöne und Sündige nochmals besungen, und findet auf dem Monumentalfriedhof Staglieno wörtlich seinen letzten Höhepunkt.

„Tod in Genua“ ist aber auch eine Liebeserklärung an Genua, und eine herrliche Weigerung, sich dem ökonomistisch dominierten Tun unterzuordnen. So raucht Nina, endlich frei von der schmerzhaften Vergangenheit, an die sie durch ihre Ehe gebunden war, auf dem Friedhof ihre erste Zigarette.

Wegen ökonomistischen Sachzwängen muss ich hier enden. Ich denke aber weiter über diese schillernden Persönlichkeiten nach, die uns durch ihre Eleganz und ihre uneingeschränkte Liebe zur Ästhetik zu besseren Menschen machen, indem sie uns an die Kostbarkeit des Momentes erinnern. Jeder von uns kennt doch so eine Tante Matilde.

Was mein Ausmistungsunterfangen angeht, bin ich weiterhin konzeptlos.

Romana Ganzoni: „Tod in Venedig“. Zürich: Rotpunktverlag, 2019.

Die Wahrheit, nichts als die Wahrheit / Ein Versuch über die Wahrheitssuche

Im Dschungel Nordthailands ging mir eines Abends, mutterseelenalleine auf der Gemüseplantage, die ich für Kost und Logis wässerte, auf, wie die Wahrheit mit dem fünften Chakra zusammenhängt. Ich wusste zwar von dieser Beziehung, verstand aber erst in diesem Moment die volle Tragweite Ich hatte auf der offenen Feuerstelle auf der Terrasse der Bambushütte ein Feuer gemacht und sang Lieder, da ich mich im Umkreis von einem Kilometer alleine wähnte.

Das fünfte Chakra befindet sich etwas unterhalb des Kehlkopfes, und steht für unseren Selbstausdruck, die Kreativität und die Fähigkeit, unsere Wahrheit auszudrücken. Für unsere moralische Entwicklung ist es von zentraler Bedeutung, für unsere Wahrheit einstehen zu können. Erst dann erfahren wir uns als integeren und authentischen Menschen.

Befassen wir uns nicht mit der Wahrheitsfindung, steht nicht nur unsere intellektuelle und spirituelle Entwicklung auf dem Spiel; auch auf der physischen Ebene kann sich die Blockade bemerkbar machen. Vielleicht kennen Sie Menschen, die immer nur leise sprechen oder nuscheln. Ich selbst konnte mit zwanzig zwar vor zweihundert Leuten einen Text vortragen, aber mich im Seminarraum zu äussern, war für mich der Horror. Mit hochrotem Kopf habe ich kryptische Sätze von mir gegeben, mit dem Resultat, dass ich mich das nächste Mal vor dem Erröten fürchtete und in Panik geriet, wenn ich aufgefordert wurde, etwas zu sagen. Wenn ich mich heute im Alltag eher zurückhalten gebe, liegt das daran, dass ich dazu neige, übers Ziel hinauszuschiessen. Die Gefahr schwingt latent mit. Deswegen schreibe ich ja auch. Es gibt nicht viele Autoren, die gemäss Kleist „ihre Gedanken beim Reden verfertigen“. Mir fällt spontan Ruth Schweikert ein. Sie eröffnet beim Sprechen in Nebensätzen mindestens zehn Schauplätze, um sich abwechselnd auf sie zu beziehen. Mir gefällt diese Art zu sprechen, da ich beim Zuhören ADHS-Symptome zeige, und bei Langeweile innerlich emigriere.

Die öffentlichen Diskurse bieten ziemlich viele Anlässe, sich zu langweilen. Die Meinungen sind verteilt. Sie befinden sich links oder rechts. Ja, wo ist auf der Welt denn links? Darauf wird mit eben einer links angesiedelten Meinung geantwortet, da! Da wo das Herz ist! Die rechte Ecke wiederum ist ein Schandfleck. Was aus dieser Ecke hervorgebracht wird, ist indiskutabel. Mit diesen Zirkelschlüssen kann man sich ewig im Kreis drehen, Familien, Freundeskreise und ganze Nationen spalten ohne jemals über Inhalte zu sprechen.

Die Diskurse schliessen eigentliche Diskussionen aus. Die Wahrheitssuche ist viel mehr zu einem „1, 2 oder 3“ verkommen, der Quizshow für Kinder, wo es heisst: „Ob ihr richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht.“

Linke unterstellen den Rechten, sie hätten den Wahrheitsbegriff gekapert. Ihr Einstehen für die Wahrheit sei das Unvermögen, mit der Komplexität der Welt umzugehen. Für die Rechten hingegen steht fest, dass die Linken die Wahrheit mit der 68er Generation und der besungenen Postmoderne in die Tonne getreten haben. Warum nicht auf den Komposthaufen, Himmel!

Wo ist sie aber denn nun zu finden, die Wahrheit?

Nach Hannah Arendt besteht Hoffnung. Im Wirrwarr der politischen Propaganda entlarvt sich die Lüge dadurch, dass auch sie letztendlich auf eine Tatsache referiert; etwas muss zuerst vorhanden sein, um geleugnet zu werden.

Oder aber Probleme müssen erfunden werden, um sie erfolgreich zu bekämpfen. Attentate und Angriffe werden unter „falscher Flagge“ verübt, um sie dem Gegner in die Schuhe zu schieben.

Im Umkehrschluss lässt sich also nur über die Dinge streiten, die sind.

Was also ist? Journalisten stolpern beim „Sagen, was ist.“ Sie erfinden Geschichten mitsamt Protagonisten, weil die Realität zu wenig hergibt wie der jüngste Spiegel-Skandal aufzeigte. Sind die Dinge aber zu unangenehm, konzentriert man sich auf den Überbringer der schlechten Botschaft, und versucht diesen zu diffamieren. Im schlimmsten Fall drohen Haft und die Verurteilung wegen Landesverrates.

Der Weg also führt unweigerlich über die eigene Subjektivität.

Was ist meine Lebenswelt? In welcher Gemeinschaft lebe ich? Welche Werte pflegen wir? Die Wahrheit braucht ein Fundament, um nicht im Boden eines destruktiven Nihilismus‘ zu versickern. Als aufmerksame Beobachter sorgen wir dafür, dass nicht nur der Boden fruchtbar bleibt, sondern auch die Luft strahlenfrei.

Brauchen wir 5G? Wozu? Warum erzählt man uns nichts über die Gefahren? Gemäss einer objektiven Berichterstattung müsste bei der Einführung einer neuen Technologie das Dafür und das Dawider beleuchtet werden. Gerade wenn die Gesundheitskosten explodieren, sollte doch jeder potentielle Kostenverursacher geortet werden.

Die Lüge entlarvt sich nicht selten durch Argumentationslücken, logische Fehlschlüsse, Behauptungen, Wiederholen der Behauptungen, Diffamieren von Kritikern.

Mit der politischen Lüge geht oft ein Schüren von Emotionen einher. Angst bereitet den Boden zum Erlass neuer Gesetzte zum Schutze der Bevölkerung, Vorbereiten von Präventivkriegen zur Verteidigung einer scheinbar so freien Welt. Als ob Kriege jemals Frieden geschaffen hätten.

Überwachung im öffentlichen Raum, erweiterte Nachrichtendienstkompetenzen und die Datensammelwut der Social-Media-Giganten sollen bei gleichzeitig offenen Grenzen für Sicherheit sorgen, während die Rüstungsindustrie munter Gewinne einstreicht und westliche Regierungen Diktaturen unterstützen.

In China gibt es bereits Pilotprojekte, die ein digitales Punktesystem testen, welches das soziale Verhalten der Menschen beurteilt. Entsprechend der Punktezahl wird der Zugang zu Dienstleistungen gewährt oder untersagt.

Bis 2020 soll das Sozialkredit-System in China implementiert sein. In diesem Sinne könnte die Headline der Südostschweiz vom 30. April 2019 zum Seidenstrassen-Gipfel nicht treffender sein: „China verspricht mehr Transparenz“.

Die weltpolitischen Entscheide können wir keinem Faktencheck unterziehen, wenn wir nicht selbst in die Welt ziehen und mit den Menschen vor Ort sprechen. In Rongcheng beispielsweise.

Wir können aber entscheiden, wie viel Welt für uns von Belang ist, ob wir das Fliegen und damit das Entdecken und Erfahren anderer Wirklichkeiten aufgeben wollen, um 3% des weltweiten vom Menschen verursachten CO2-Ausstosses zu eliminieren, und wie wir unseren Verstand einsetzten, um die Informationsfetzen zu verarbeiten.

In der Provinz Shandong werden wir wohl kaum die Wahrheit erfahren, da sich die Menschen aus Furcht vor Strafpunkten wohl hüten werden, Kritik am neuen Punktesystem zu äussern.

Aber wir können Bundespräsident Ueli Maurer fragen, welche 30 Bereiche Gegenstand der bilateralen Dialoge zwischen China und der Schweiz waren; unter ihnen Finanz- und Steuerthemen, Wissenschaft und Menschenrechte wie wir den Medien entnehmen.

Bei der Seidenproduktion wird die Raupe lebendig gekocht; die Produktionsstrasse bauen wir gerade mit auf; 5G, Elektroauto und Zugang zum chinesischen Meer. Was wollen wir mehr!

Erst wenn wir zu unserer individuellen Wahrheit stehen, und das Beste aus unseren Talenten machen, beginnt die Welt aus uns heraus zu entstehen. Wir verlassen unseren Kokon, der uns zwar lange geschützt hat, uns aber nun von geistigen Höhenflügen abhält. Es dürfte kein Zufall sein, dass es heute so viele Castingshows gibt, aber keine wirklich eigenständigen Stimmen. So viele Ausbildungen, aber keine Fachkräfte. Etc. …

Solange wir an der Wahrheitsfindung gehindert werden, sei dies durch einseitige Berichterstattung, eingeschränkten Informationsfluss durch neue Datenschutzbestimmungen, Zensurmassnahmen auf sozialen Netzwerken zwecks Eindämmung sogenannter Hassreden, als ob Hass wie ein Virus auch das reinste Herz infizieren könnte, ein veraltetes Schulsystem, das die Neugierde abtötet, anstatt sie zu füttern, schlechter Nahrung, Pestiziden, etc., können wir uns nicht zu jener integeren Person entwickeln, die in der Lage ist, die Welt bewusst wahrzunehmen und zu gestalten.

Wir leben unter unseren Möglichkeiten, und das ist die wirkliche Tragödie; angepasst, leidenschaftslos, passiv, wie der Mensch in Platons Höhlengleichnis, der die Schatten an den Wänden nicht als Projektionen erkennt, geschweige denn seine Höhle als Gefängnis.

 

PS:

Für Kant darf die Wahrheit niemals geopfert werden, auch dann nicht, wenn wir dadurch jemanden vor dem Tod retten könnten, da, so Kants Argumentation, niemand den Lauf des Schicksals kennt und sich sicher sein kann, dass besagter Todeskandidat nicht am nächsten Tag an einem Unfall stirbt.

Nach Kant bildet die Wahrheit die Basis der Demokratie. Wer sie einmal Preis gibt, schafft den Raum für die Willkür.

(Eine Verurteilung wegen Landesverrates durch die Veröffentlichung geheimer Dokumente ist daher zutiefst undemokratisch.)

Wenn ich lese

Im gestrigen Buch pflückte ich folgenden Satz: Der Himmel ist wie das zerrissene Zelt eines lumpigen Zirkus‘. In meiner Erinnerung machte ich daraus: Der Himmel ist ein lumpiges Zirkuszelt.

Die Boulevardzeitung berichtet wieder einmal vom grössten Zirkus der Schweiz. Ist von der Zirkusfamilie die Rede, fällt der Begriff „Dynastie“, was das Zirkusgewerbe in die Nähe der Royals bringt, mit denen die Zirkusfamilie regen Austausch pflegt.

Mein Himmel ist eine löchrige Jugend, die mich von der Zukunft her immer noch mit tanzenden Schneeflocken lockt, mit einem Sommerregen, der auf den heissen Asphalt klatscht. Dieser Himmel ruft mir zu: Don’t think twice, it’s alright.

Mein Himmel ist die Verzweiflung der schweren Tage, wenn mich nur sanfte Gedanken auf die Sonnenterrasse tragen, meine poetische Drahtseilbahn der tausend Wörter, die mir einen neuen Horizont verschaffen. Wenn ich genug vom Berg habe, dann sage ich „Meer“, und in Meran beginne ich meine Reise in den Süden.

Ein Kind fragt: Wirst du für immer hier bleiben? Und ich sage: Das weiss ich noch nicht.

Eine gutaussehende Frau schmatzt und spricht mit vollem Mund im Café der verstaubten Mobiliare. Sie referiert über Käsewähe. Eine gutaussehende Frau sollte nicht „Käsewähe“ sagen. Auch nicht „Käsekuchen“. Aber sie passt in meinen schiefen Tag mit meinen schweren Gliedern. Schmatz doch, schmatz!

Das Buch, das ich gestern zu Ende las, heisst: Im Café der verlorenen Jugend von Patrick Modiano. Beim Lesen flogen mir Städte durch mein Gedächtnis, Orte meiner Ich-Werdung, an denen ich seltsame Menschen getroffen hatte: Atlanta-Autoren, viele Museumswärter, Kellner, Taxifahrer, Soldaten, junge Mädchen, die mir zulächelten, Schwestern im Geiste. Ich dachte an die toten Tiere in Bukarest und Porto, die Möwen, die Katzen. Orte wie Mamaia flackerten in meinem Erinnerungsspeicher auf; Rumänien und sein Geruch nach Grossvater. Der Zoo von Saigon fiel mir ein, und dass ich lange den Gorillas zugeschaut hatte, bis mich Kinder umringten, und nach einem Foto baten. Dann die Friedhöfe, in London mit meiner damaligen Gefährtin, die ein Faible für die Gothic-Szene hatte. Einmal war ich mit auf einer Party in Camden Town, aber ich erinnere mich an nicht viel mehr, als dass ich mich langweilte und ihr Schwarm nach U-Bahn-Schacht roch. Später hatte sie Liebeskummer, und spielte mir ein Chanson von Jean-Louis Aubert mit folgendem Refrain vor: T’as eu c‘ que t’as voulu même si t’as pas voulu c‘ que t’as eu. Ihr Gastvater, sie war Au-pair wie ich, strich ihr jeweils Erdnussbutter auf den grossen Zeh, und liess den Kater die Butter ablecken. Hiess er David oder sah er nur aus wie David Bowie?

Eine ältere Dame bestellt eine „trinkwarme“ Schokolade, schon wieder so ein Wort, welches das Potential birgt, eine Migräne auszulösen.

In meinem Café der verlorenen Jugend tranken wir heisse Schokolade oder Bier.

Gestern Nacht war ich im Traum in meinem Heimatdorf. Die geographischen Begebenheiten und Menschen waren mir vertraut. Aber es herrschten andere Naturgesetze. Mein Heimatdorf war das Heimatdorf in einem Paralleluniversum. Ich flog, und musste erst Boden unter den Füssen bekommen, dann stellte ich fest, dass in diesem Dorf mit einer mir fremden Währung bezahlt wurde.

Mir wird schwindelig beim Gedanken, dass der Ort meiner Kindheit in unzähligen Variationen weiterexistiert; mit Menschen, die in meiner Realität weggezogen, aber in einer anderen Version dageblieben sind, mit Menschen, die nicht gestorben sind wie in meiner Welt. Was, wenn ich in der Parallelwelt auf mich selbst treffe? Mich, mit vier Kindern und einem Mann, einem glücklichen, aufmerksamen oder einem kranken, einem untreuen vielleicht oder mit gar keinem, alleine mit den Kindern und den Sorgen oder alleine mit Kinderglück? Oder ich treffe auf eine, von einer Gehirnerschütterung, Langzeitgeschädigte. Damals fiel ich drei Meter tief einen Heuschober hinunter. Oft trennen uns nur Sekunden und Millimeter von einer anderen Zukunft auf einer alternativen Zeitlinie.

Als Kind war ich ein bisschen in den Zirkussprössling verliebt. Ich kannte ihn aus der Schweizer Illustrierte.

Zuletzt war er wegen seines Fleischrestaurants in den Medien, da er sich lange für eine vegetarische Lebensweise ausgesprochen hatte.

Ist die Jugend wirklich der Ort, an dem noch alle Wege offen sind? Oder sind wir nicht immer schon die, die wir sein werden? Bestimmt Fleisch zu Essen oder Prinzipien zu verraten? Uns in changierende Menschen zu verlieben, weil wir selbst diese feste Einheit nicht sind?

Meine Cafés hiessen „Zentral“, „Ente“ und „Alperösli“. Besuchen wir irgendwann andere Cafés? Oder sprechen wir irgendwann mit anderen Menschen? Hören wir irgendwann auf, ihnen Übernamen zu geben, wenn wir noch nicht persönlich mit ihnen bekannt sind?

Der Himmel der Jugend ist wie eine Häkeldecke, die man unbedingt durchstossen will. Natürlich verheddert man sich dabei. Und später hüllt man sich ein in diese Decke, und wundert sich, dass man friert. Als ob man für die Löcher verantwortlich wäre.

Vom Schreiben und Straucheln

Im folgenden Text bevorzuge ich die männliche Form, Schriftsteller und Autor im Sinne eines Mediums, das sich der Sprache zur Verfügung stellt, wobei die weiblichen Schriftsteller und Autoren selbstverständlich mitgemeint sind.

Kürzlich wurde ich gefragt, wie oft ich denn schreiben würde, wie man sich eine Schreibpraxis denn so vorstellen könne. Das ist eine heikle Frage, denn ums Schreiben ranken sich viele Mythen.

Das Idealbild zeigt den Dichter in seiner Klause, manisch schreibend, Tag und Nacht. Er ist ganz in seiner Parallelwelt versunken. Nur einmal am Tag bringt ihm ein herzensgutes altes  Weiblein eine dampfende Schüssel vorbei, und nach ein paar Monaten ist ein Meisterwerk vollendet.

Es sind wenige, die es sich leisten können, sich für Wochen komplett zurückzuziehen, die den Mut und die Entschlossenheit aufbringen für Wochen auf die Aussenwelt zu pfeifen und auf das eigene Leben zu verzichten. Wer schreibt, der lebt nur halb. Der Schriftsteller lässt das Leben durch sich hindurch aufs Papier fliessen, ohne selber daran Teil zu nehmen.

Es gibt Schriftsteller, die fühlen sich erst durchs Schreiben lebendig. Mir ist nur alleine ganz wohl, und Schreiben rechtfertigt das Alleinsein, wobei ich mein Wohlsein nicht immer mit Schreiben ausfüllen muss. Schreiben ist eine Erweiterung des Bewusstseins. Manchmal ist mir auch einfach nach Implodieren zu Mute.

Oft fürchte ich mich auch, die Welt des Schreibens zu betreten, nicht weil mir da unangenehme Dinge begegnen könnten. Es liegt ja ganz in meiner Macht, mit wem ich mich in jener Welt einlasse oder auch nicht. Nein, ich fürchte mich vor dem Schreiben wie ein Chefkoch vor dem Abendservice; davor, dass etwas schief laufen könnte  – und wenn in der Gastronomie etwas schief geht, dann ist der Abend meist gelaufen. Ein Steak zu lange auf dem Grill, eine Reservation wurde falsch notiert, der Thunfisch auf dem Menu geht aus, die Kellnerin bringt den falschen Wein an den Tisch, und der Souschef schneidet sich so arg in den Finger, dass er in die Notaufnahme muss. (Wenn Sie das Adrenalin in ihrem Leben vermissen, gehen Sie einfach mal probeweise ein paar Tage kellnern oder lesen Sie Anthony Bourdain. Danach werden Sie den Missbrauch von Betablockern verstehen.)

Schreiben ist natürlich weitaus weniger dramatisch. Wenn ich mitten im Satz strauchle, beginne ich einen neuen Satz. Kein verärgerter Gast, keine ruinierte Bluse. Mein Erröten bleibt unbemerkt. Wenn ich aus einem Abschnitt rausfalle, helfen meist ein paar Atemzüge oder ich setzte ein paar Strassen weiter mit einer anderen Figur wieder ein, und widme mich später der Baustelle. Manchmal hilft aber weder Ersteres noch Letzteres und ich kann meinen eigenen Text nicht mehr betreten. Türe zu. Feierabend. Komm morgen wieder. Oder noch schlimmer: Komm gar nicht mehr.

Auch wenn diesem Versagen keine Zeugen beiwohnen, sind diese Momente traurig. Ich fühle mich dann wie eine Betrunkene, die schlagartig nüchtern wird, verraten, im Stich gelassen: Der eigene Text will mich nicht mehr. Bist wohl doch nicht so gut wie du gemeint hast, hä?

Diese furchtbaren Momente der Desillusionierung müssen also der Grund für die Schreibmanie sein. Der Schriftsteller will möglichst lange vom Flow profitieren, daher darf er seine Tätigkeit auf keinen Fall unterbrechen. Jede Störung von aussen birgt die grösste Gefahr dieses Eimers Wasser, der sich plötzlich ohne Vorwarnung über ihn und seinen Text ergiesst.

Eine Möglichkeit, diese Situationen zu umgehen, ist, den Anfang hinauszuzögern, sich gedanklich auf den Text vorzubereiten, vielleicht noch ein bisschen zu recherchieren, dieses und jenes Buch zu lesen, sich mit Ideen anzufüllen.

Dann wird die Wohnung geputzt. Ein Freund braucht unbedingt Unterstützung bei der Vorbereitung eines Festes. Die Sonne scheint, endlich eine Runde joggen gehen und sofort. Und sofort kennt unzählige Interpretationen. Am schönsten ist das süsse Nichtstun, wenn man etwas tun sollte.

Ein Schriftsteller, könnte man sagen, ist ja niemandem Rechenschaft schuldig. Wenn er nicht schreibt, nun denn! Schreibt ihm irgendjemand vor, wie viele Bücher er publizieren muss? Es mag Autoren geben, die sich vertraglich gleich für mehrere Bücher verpflichten, aber letztendlich hängt jedes Buch nicht zuletzt von der Inspiration des Autors ab. Es ist sinnlos, mit einem ideenlosen Autor zu schimpfen. Diesbezüglich braucht der Autor keine Sanktionen zu fürchten.

Sind aber Autoren die viel schreiben auch produktiver? Oder produzieren sie einfach mehr für die Schublade, als jene Autoren, die wochenlang nicht schreiben, um in einem manischen Monat ein fixfertiges Manuskript hinzulegen?

Ein russisches Sprichwort sagt, dass Quantität irgendwann zu Qualität führt.

Wir Menschen sind Meister darin, uns vorzumachen, uns einer Sache zu widmen, während wir in Wirklichkeit gar nicht so viel Zeit investieren, wie wir meinen. Wir wollen beispielsweise mehr Sport machen, und halten nach Sportangeboten Ausschau, was uns bereits das Gefühl gibt, etwas für unseren Körper getan zu haben.

Schreiben entlarvt diese Trägheit. Ich kann mir zwar Gedanken über einen Text machen, aber solange ich ihn nicht schreibe, existiert er nicht. Das Schreiben erschafft erst neue Gedankengänge und Paralleluniversen; mit jedem Satz entrollt sich eine neue Wirklichkeit, mit mir als Zeuge und als Schöpferin – dieser Prozess lässt sich gedanklich nicht vorwegnehmen, genauso wenig wie ein Rendezvous; die pointierten Bemerkungen, die man sich wie ein Pingpongbällchen zuspielt, sachte die potentielle Schwächen des Gegenübers abtastend, die spitzen kurzen Lacher und die zugewandten Schulter- und Halspartien…

Ach ja. Nur hingehen muss ich zu meiner Verabredung, rausgeputzt mit klopfendem Herzen und moderaten Absätzen.

PS: Ich schreibe übrigens öfters, als dass ich Verabredungen habe…

Engadins Topten

Der Neuankömmling setzt sich zuerst in diese Bar, von wo aus er die beste Sicht auf die Lischana geniesst; im Hintergrund leises Live-Pianospiel, dazu gibt’s montags ein Gläschen Prosecco gereicht, ein Willkommensdrink für die neuen Gäste. Am Nebentischchen sitzen Fernsehmoderatoren, Zeitungen liegen aus, für den Fall, dass sich noch jemand für das scheinbare Weltgeschehen interessieren sollte.

Das ist absolut toll. Am Strand setzt man sich ja auch in die Strandbar und nicht in die Spelunke im verruchtesten Viertel der Stadt.

Aber irgendwann, nachdem man die Gespräche der Schweizer Prominenz belauscht, das Repertoire des Pianisten kennt, die Krawatte des Kellners einen kleinen, kaum wahrnehmbaren Flecken aufweist und sich im Blick des Portiers die namenlosen Stunden des einsamen Dienens spiegeln, ist die Zeit gekommen, den Willkommensflirt zu beenden. Die eigene Argwohn, die sich früher oder später unweigerlich einstellt, wenn man zu lange an schönen Orten ist, soll das Feriengefühl der Gäste nicht stören. Ihnen gehören die dunkelrot ausgekleideten unterirdischen Direktzugänge zum Thermalbad, die familiäre Gemütlichkeit des Unterengadins. Noch wissen sie nicht, dass ein Pizokel auch ein Halbschuh ist.

Ich will jetzt nicht davon reden, welche Abgründe sich einem als Unterländerin im Unterengadin auftun können. Wer sich auf unwegsames Gelände begibt, tut dies schliesslich auf eigenes Risiko. Nun, eines ist gewiss: Man muss die Talsohle durchschritten haben, um wieder an Höhe zu gewinnen. Oder anders gesagt: Die besten Dinge sieht man erst, wenn sich der Schleier der Illusionen lüftet. So ist also meine Topten der besten Dinge im Engadin entstanden. Durch Versuch und Irrtum, Wanderschuhe und Sonnencrème.

 

  1. Die Bäckerei Café Erni ist mein heimliches Odeon. Hier denke ich über die schützenswerten verstaubten Mobiliare und deren gesellschaftspsychologisch höchst wertvolle Funktion nach. Ich blättere in der Gala, um beruhigt diese Nichtwelt wieder auf den Zeitschriftenstapel zurückzulegen, und mich mit einem Bissen Dinkelbrötchen ganz meiner Gegenwart zu vergewissern.

 

  1. Morgens um sieben in Sent auf dem Plaz auf den Bus zu warten, während sich bereits ein Tag wie aus dem Bilderbuch ankündigt. Seit ich hier lebe, bin ich mit dem Morgen versöhnt; die glasklare kalte Luft suggeriert ein Meer von Möglichkeiten, das in meinem ausgeruhten Bergler-Ich sanft rauscht. Während sich die Lungenbläschen öffnen, sammeln sich langsam die Frühaufsteher. Bun di!

 

  1. Überhaupt wird wohl das Licht im Engadin der eigentliche Grund für das Wohlbefinden seiner Bevölkerung sein. Wer im Engadin nicht zumindest die Möglichkeit der Lichtnahrung in Betracht zieht, muss tagein tagaus eine Sonnenbrille tragen und hat wohl niemals Segantini gesehen. „Der Himmel ist extrem klar – ein warmes sattes Blau – das macht alles so leicht, als ob die Kälte nicht existierte, die Mühsal. Nur Stille. Und die Berge sind so scharf umrissen“, schreibe ich einem Freund auf Facebook. Auf dem Foto, auf Facebook und Instagram wird man dieses Licht nie sehen.

 

  1. Eines meiner ersten Wörter in Rumantsch war Pendicularas. Wenn morgens die Arbeiter der Bergbahnen in einer Linie zur Bahn marschieren, muss ich unweigerlich an Armageddon denken. Nicht, dass ich glaube, dass die Welt auf dem Motta Naluns untergeht, um Himmels Willen! Die Männer erinnern mich mit ihrem stolzen schweren Gang einfach an Astronauten, die Verantwortung tausender Skigäste auf ihrem Rücken tragend. Und wie sie abends den Hang herunterflitzen – mit Lichtgeschwindigkeit!

 

  1. Eine besondere Berufsgattung sind natürlich unsere Buschauffeure, wie die Grosis in meiner Heimat die Chauffeure possessiv bezeichnen, ganz so, als ob es ihre Söhne wären. Die Engadiner Chauffeure bestechen durch ihren Charme und ihre nie enden wollende Freundlichkeit, wobei sie Wert darauf legen, dass die Dörfer richtig ausgesprochen werden. Nichts ärgert einen Chauffeur mehr als ein S-Chanf mit rauhem ch ausgesprochen.

Aber wo sonst öffnet ein Chauffeur während der Fahrt die Türen, um auszurufen: „Ein Hirsch! Schaut, ein Hirsch!“ Ich werde dem Tourismusbüro vorschlagen, ein Panini-Album mit Scuols Buschauffeuren rauszubringen, inklusive der Mannschaft der Rhätischen Bahn, die ebenfalls Nerven wie Drahtseile und eine Hilfsbereitschaft an den Tag legt, als ob das Engadin in Nordthailand läge.

 

  1. Wo gute Männer sind, fehlt es natürlich nicht an guten Frauen. Ein Typ Frau ist mir hier besonders aufgefallen: Die Physiotherapeutinnen und Kosmetikerinnen. Sie sind sportlich, gutaussehend, humorvoll, unkompliziert, in sich ruhend, kurz: Hier im Engadin wohnt die perfekte Frau. Das sollte man vielleicht den Miss-Schweiz-Veranstaltern mitteilen. Sucht nicht mehr. Hier sind sie, die Missen. Ihre Amtszeit ist niemals begrenzt.

Sowohl unsere Herren vom Panini-Album wie die Lieblingsfrauen im Pflege- und Wellnessbereich sind natürlich verheiratet. Das Engadin liefert den Beweis, dass die Ehe glücklich macht.

Was die Engadiner in ihrem Eheleben allerdings anders und besser machen, das gilt es noch zu ergründen. Es scheint aber irgendwas mit den Hirschen zu tun zu haben.

 

  1. Beim Wandern werde ich still, und in die Stille fallen die Erkenntnisse. Im Val Plavna gelingt es mir besonders gut abzuschalten. Bin ich in Alaska oder der Schweiz?

 

  1. Natürlich liebe ich die hohe Energie im S-charl. Hier fühlt man förmlich, wie sich jede einzelne Körperzelle öffnet und mit Licht und Sauerstoff versorgt wird.

 

  1. Die Wälder. Ich warte sehnsüchtig auf das Parfum Forest Engiadina.

 

1.Die Quellen.

Die Quellen, die Gipfel und die Wälder sind gefährlich. Hat man einmal vom reinen Wasser getrunken, die Kontemplation in der Höhe genossen, den Duft der Arvenwälder in der Nase, führt kein Weg mehr zurück. Man ist für immer verzaubert.

 

Grazia fich Engiadina!