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In Diskussionen über autarke Lebenskonzepte höre ich ständig das Argument: „Wir können nicht zurück.“ Dieses „Zurück“ entspringt einer bestimmten Geschichtsbetrachtung, dass die Zeit linear, Entwicklungen chronologisch verlaufen, und dass der Fortschritt immer positiv zu werten ist. Weiter herrscht die Meinung vor, dass Geschichte passiert, und der Mensch in dieser Geschichte sich mehr oder weniger passiv verhält. Gleichzeitig möchte der Mensch aber von sich denken, dass er einen freien Willen besitzt. Wozu soll der Mensch denn einen freien Willen haben, wenn es ihm nicht möglich ist, in geschichtliche Prozesse einzugreifen? Wenn es um Lustbefriedigung geht, dann mögen wir den freien Willen. Geht es um Verantwortung, gerät derjenige, der sich bedingungslos für eine Sache einsetzt unter Verdacht: Warum tut jemand etwas Gutes, wenn er keinen Nutzen davon hat? Wenn wir in diesem Gedankenmuster, was den Egoismus als Gott feiert, gefangen bleiben, gibt es wirklich kein „Zurück“ mehr. Algorithmen analysieren unsere Kommunikation und erstellen Verhaltensprognosen. Kriegs-Roboter stehen bereits in den Startlöchern. Versprechungen von unversehrter Natur, Gesundheit und Bildung für alle, tauchen in den Prognosen nicht auf. Wer jemals behauptet hat, dass es einen freien Willen gibt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen!

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Aphorismen

Ich stelle mir vor, wie ein weissgekleidetes Mädchen in ein Spiegelei hüpft. Die Performance heisst Eisprung.

 

Burnout heisst: Man ist entflammbar!

 

In die Traurigkeit stürzt nur, wer sich fallen lässt.

Nur wer sich fallen lässt, wird eines Tages fliegen.

 

Im Tal sammeln sich die Tränen. Deswegen ziehen sich die Gletscher zurück.

 

Der Schlaf, dort wo die Werbung ihre Nahrung findet, den Traum, ist selber nicht vermarktbar.