Öppis z Fade schla

Ich habe angekündigt, in dieser Rubrik die eine oder andere praktische Hilfestellung für Alltagsmanöver zu geben.

Wie weit bist Du mit Deinen Neujahrsvorsätzen gekommen? Keine Angst, wenn Deine Antwort jetzt lautet: „Ähhm, tja, na ja, ich habs halt nicht richtig versucht“, dann bist Du schon sehr weit, bereit, Dich nicht mehr selbst zu belügen. Denn häufig fassen wir einen Vorsatz, ohne uns im Klaren darüber zu sein, wie wir diesen Vorsatz überhaupt umsetzen wollen: Wir brauchen einen Plan! Formuliere Dein persönliches Ziel in einem positiven Satz, beispielsweise: „Ich möchte viel lachen“, präzisiere nun Dein Vorhaben: „Ich möchte in den nächsten zwölf Monaten viel lachen!“ Wenn es für lachen eine Masseinheit gäbe, könntest Du sie hier noch anfügen, zum Beispiel: „Ich möchte in den nächsten zwölf Monaten 7 Kg lachen oder ich möchte in den nächsten zwölf Monaten mindestens einmal in der Stunde eine halbe Minute lachen.“ Solltest Du die zweite Variante wählen, könntest Du beispielsweise die NSA um Hilfe bitten, Dich doch für die nächsten zwölf Monate daran zu erinnern, wenn Du einmal das Lachen vergessen solltest, schliesslich ist Dein Mobiltelefon die perfekte Wanze. Möglicherweise wären sogenannte Lachdiagramme, wer wie oft lacht, auch bei der Partnerwahl dienlich. Nun, ich schweife ab. Sobald der Vorsatz formuliert ist, nimmst Du einen Faden und eine Nadel zur Hand. Während Du die Nadel einfädelst, sagst Du laut vor Dich hin: „Ich ziehe es durch.“ „Ich ziehe es durch.“ „Ich ziehe es durch.“ Wenn es dir gelingt, den Faden durchs Nadelöhr zu ziehen, wird sich dieser Erfolg in Deinem Unterbewusstsein verankern; der Faden ist jetzt gleichsam mit Deinem Ziel, viel zu lachen, verbunden, und so hast Du Deinen künftigen Erfolg bereits in Dir verankert oder eben: Zu Faden geschlagen.

Ich hoffe, Du verzeihst mir das Geduze – die Suggestionen wirken mit Hilfe der vertrauten Ansprache am effizientesten! Probiers mal andersrum aus, und sieze Dich einen Tag lang!

Bleibe im Dialog mit Dir selbst!

Deine BOG

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Unterricht in Ambitionslosigkeit

Der Kurs war von Anfang an ein Renner: „Ambitionslosigkeit für Anfänger“. Aufgrund der grossen Nachfrage bot das Institut für Wahrheitsfindungsprozesse schliesslich den Weiterführungskurs „Ambitionslosigkeit für Fortgeschrittene“ an. Viele Leute staunen natürlich erst einmal und meinen, dafür bräuchte es doch weiss Gott keine Kurse, so rumhangen könne doch jeder, und die Stadt hätte doch schon genügend Lümmelnde vorzuweisen.

Hierbei handelt es sich um ein Missverständnis. Verwahrlosung ist nicht gleichzusetzen mit Ambitionslosigkeit. Der Verwahrloste ist Gefangener seiner Passivität, der Ambitionslose muss sich in einem Balanceakt seine Position jeden Tag von neuem sichern. Der Verwahrloste fällt der Gesellschaft zur Last, ein Ambitionsloser würde das niemals erreichen – diese Anstrengung wäre zu gross für ihn.

Kennzeichnenderweise kommen viele Leute mit hohem Bildungsgrad zu uns. Leute aus der Arbeiterschaft haben leider noch oft das kapitalistische Bild des gesellschaftlichen Aufstieges verinnerlicht: „Trete oder du wirst getreten.“ Dafür sind die Hochqualifizierten heute schlicht zu schwach, sie liegen nach der ersten Sturmböe flach. Also sagen sie sich: „Warum in den Sturm gehen, wenn ich die Wolke umschiffen kann!“

Uns wird oft der Vorwurf gemacht, dass wir damit die Leute aus der Verantwortung nehmen, das Gegenteil ist der Fall. Wir entziehen den Grosskonzernen allmählich die menschliche Ressource. Es wird für sie immer schwieriger, Projektmanager zu finden, führende Posten zu besetzen, da immer wie mehr Leute dafür einfach zu dumm sind. Dank Angeboten wie unseren, verstehen die Arbeitnehmer Begriffe wie „Profitmaximierung“ nicht mehr. In der heissen Phase eines Projektes legen sie oft ein Arztzeugnis vor oder die Frauen werden schwanger.

Wir bringen den Leuten bei, wie sie ihren Energieverbrauch tief halten. Arbeiten die Leute beispielsweise weniger, machen sie auch weniger von der Infrastruktur Gebrauch, so werden beispielsweise Investitionen im Verkehr hinfällig. Sie produzieren weniger Abfall und reden auch weniger Müll, wenn man mal bedenkt, was man täglich für Idioteien von sich gibt, nur weil Leute von uns erwarten, dass wir sprechen!